„Five for the future“ – eine 5%-Regel?

WordPress-Mitgründer Matt Mullenweg brachte seine Auffassung guten WordPress-Citizenships im Jahr 2014 folgendermaßen auf den Punkt:

I think a good rule of thumb that will scale with the community as it continues to grow is that organizations that want to grow the WordPress pie (and not just their piece of it) should dedicate 5% of their people to working on something to do with core […].
This ratio is probably the bare minimum for a sustainable ecosystem, avoiding the tragedy of the commons. I think the 5% rule is one that all open source projects and companies should follow, at least if they want to be vibrant a decade from now.

Matt Mullenweg, Five for the Future

Fünf Prozent der gesamten Teamleistung einer Agentur als unentgeltliche Leistung zurück an das Core-Projekt WordPress? Matt Mullenwegs Vorstellung wurde, sicher nicht ganz zu Unrecht, kontrovers diskutiert.

Strategie „Zurückgeben“

Als organisch gewachsenes Unternehmen mit einer Firmengeschichte, die in die Anfänge der deutschsprachigen WordPress-Community im Jahr 2004 zurück reicht, beschäftigt Inpsyde mittlerweile über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wir sehen die Sache mit den fünf Prozent ziemlich pragmatisch.

Sowohl Inpsydes Management, als auch die Mehrzahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommt aus der Open-Source-Welt. Freie Software war und ist für uns ein Lifestyle und ein  gesellschaftliches Anliegen, lange bevor sie unser Geschäftsmodell prägte.

Als Agentur arbeiten wir global im Enterprise-Sektor. Unser Einsatz für den WordPress-Core hat nichts mit Altruismus zu tun, sondern folgt einer klaren Strategie.

Inpsyde-Priorität #1:
Eine stabile, flexible, sichere Plattform, um die Anforderungen unserer Kundinnen und Kunden effizient und zukunftssicher umsetzen zu können.

Für dieses Ziel setzen wir uns mit den folgenden Maßnahmen ein:

Co-Finanzierung des Release-Leads 4.6

Dominik Schilling hat sich über Jahre als Contributor profiliert und leitet aktuell das WordPress-Release 4.6.

Leitender Entwickler eines Releases zu sein, entspricht für etwa 3 bis 4 Monate einer Vollzeitbeschäftigung – nur dass WordPress selbst die Stelle nicht bezahlt. Das tun in der Regel WordPress-nahe Unternehmen, die damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Core-Software leisten.

Für das 4.6er-Release übernimmt Inpsyde die Bezahlung des Release-Leads. Wir schätzen uns glücklich, Dominik bei seiner wichtigen Aufgabe zu unterstützen.

Freie Plugins

Inpsyde-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter entwickeln und warten:

Die Grenzen zwischen eingesetzter Arbeitszeit und Freizeit verlaufen hier häufig fließend, doch grundsätzlich gilt für unsere Teams: Die Wartung freier WordPress-Plugins während der Arbeitszeit ist erlaubt und erwünscht.

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Core-Mitarbeit im Alltag

Dass Open-Source ein Fluss ist, der in beide Richtungen fließt, wird unter Anderem am Beispiel dieser WordPress-Trac-Diskussion klar.

WordPress setzt bis zum heutigen Tag auf Rückwärtskompatibilität bis PHP 5.2, was für viele Entwicklerinnen und Entwickler zu handfesten Problemen mit längst etablierten Workflows führen kann.

Inpsyde-Entwickler David Naber brachte jüngst einen Vorschlag für einen Core-Autoloader ins Projekt ein und startete damit eine rege Diskussion.

Ob das Feature tatsächlich exakt wie vorgeschlagen im Core landet oder nicht, spielt für uns eine weniger wichtige Rolle als die Perspektive, dass die aus der Diskussion resultierende Aufmerksamkeit innerhalb des globalen WordPress-Projekts uns einer Core-Lösung wieder ein Stück näher gebracht haben mag.

Lokalisierung als Pflichtübung

Wordcamp-Nuernberg-2016-269Mit der Lokalisierung (also u.a. der Übersetzung) von WordPress ins Deutsche hat für Inpsyde alles angefangen, und diesen Wurzeln bleiben wir bis heute treu.

Inpsyde-Gesellschafter Robert Windisch gehörte lange Jahre zum Team rund um die deutsche Sprachdatei, war Contributor für die  Lokalisierungsplattform GlotPress und ist auch heute aus der deutschsprachigen Community nicht wegzudenken.

Als der „Mann mit dem Hut“ ist Robert zu einer Instanz auf internationalen WordCamps geworden. Mit anderen Mitgliedern des CMS-Gardens steht er auf Messen als WordPress-Kompetenz am Stand und berät das Enterprise-Publikum zu Fragen rund um Open-Source und Content-Management.

WordCamps und Contributor Days

WordCamps, die offizielle Konferenzen rund um WordPress, erfreuen sich einer enormen Beliebtheit. Zum WordCamp Europe 2016 in Wien erschienen knapp 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa, Asien, Amerika und Australien – Zahlen, durch die sich WordCamps als wichtige Netzwerk-Events für WordPress-basierte Unternehmen etabliert haben.

Inpsyde veranstaltete von 2009 bis 2011 selbst WordCamps im deutschsprachigen Raum. Seit 2012 sponsern wir WordCamps in ganz Europa und sind vor Ort präsent, um Partnerschaften zu pflegen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Inpsyde leisten Beiträge zu WordCamps als Speakers, sowie in der Organisation und tauschen sich mit Kolleginnen und Kollegen aus der internationalen Szene aus. Nicht zuletzt wird auf den Contributor Days – eintägigen Workshops – handfest am Core und anderen Make-Projekten von WordPress.org mitgearbeitet.

Fazit

Wenn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich in ihrer Freizeit für WordPress engagieren, freuen wir uns, aber wir werden uns hüten, dieses Engagement als selbstverständlich zu anzusehen. Team-Ressourcen für Beiträge am Core-Projekt oder an freien Plugins während der Arbeitszeit einzuteilen, gehört genauso zu den Aufgaben unseres Projektmanagements, wie die reguläre Agenturarbeit. Damit schwankt diese Arbeit auch in ihrem Umfang, was dem täglichen Arbeitsumfeld geschuldet ist.

Die Mitwirkung an der der Open-Source-Plattform WordPress durch Wartung und Verbesserung ist für Inpsyde mehr als eine Herzensangelegenheit – sie bildet den Kern unserer Unternehmensstrategie, um unseren Kundinnen und Kunden auch in Zukunft leistungsstarke, auf WordPress basierte Enterprise-Lösungen anbieten zu können.

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