Nach Leiden und Sofia war das Camp in Sevilla das dritte seiner Art. Und erneut eine sehr internationale Veranstaltung – sicherlich nicht nur wegen seiner wunderschönen Lage und dem Urlaubsklima, das dem gemeinsamen Austausch zugutekam. Ganz Europa war vertreten, ebenso konnte man mit Besuchern aus den USA, Südamerika, Südafrika, Asien, Australien u.v.m. fachsimpeln.

Ein Abstecher in die Innenstadt von Sevilla
Ein Abstecher in die Innenstadt von Sevilla

Egal in welcher Sprache, sehr oft konnte man den Satz vernehmen „Dich kenne ich doch noch aus Sofia/Leiden“. Und genau das zeigt den unverzichtbaren Wert des WordCamp Europe: Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört, um einen bekannten Altkanzler zu zitieren. Egal ob WordPress-Entwickler, -Designer oder -Blogger… Sie alle tauschen sich mehr und mehr über Grenzen hinweg aus. Und daran haben die WordCamps einen nicht unerheblichen Anteil.

Mich persönlich hat es besonders gefreut, mit Sevilla endlich auch einmal die spanische Community kennenzulernen. Diese ist im Übrigen sehr rege. Von den Teilnehmerzahlen bei lokalen Meetups – zumindest in den großen Städten – kann man hierzulande nach wie vor nur träumen.

Wohin geht die Content-Reise mit WordPress?

Matt Mullenweg – Mitgründer von WordPress und CEO von Automattic – machte in seiner Q&A Session klar, vor welchen Herausforderungen WordPress und die Community in den nächsten Jahren stehen. Dabei geht es nicht nur um interne organisatorische Fragen. Niemand wisse so genau, wohin die Content-Reise gehe, und was dies für die Weiterentwicklung von WordPress bedeute. In der Tat wird der Content der Zukunft nicht mehr hauptsächlich textbasiert sein, so wie er Content Management Systeme wie WordPress – aber auch das Bloggen an sich – bekannt und groß gemacht hat.

Das Auditorium lauscht gespannt den Worten von Matt Mullenweg
Das Auditorium lauscht gespannt den Worten von Matt Mullenweg

Wie lassen sich virtuelle Realitäten, Mensch-Maschine-Interfaces, das Internet der Dinge sowie das semantische Web in ein CMS einbinden? Von den Antworten auf diese Frage wird die Zukunft etablierter Systeme wie WordPress abhängen. Nicht zuletzt bat Matt die Community darum, den Fokus auf die Mobiloptimierung zu legen – ein erster Schritt hin zu Webseiten, die auf beliebigen Endgeräten nutzbar sind:

Passend zum europäischen Camp spielte zudem das Thema Mehrsprachigkeit von WordPress eine große Rolle. Unter anderem im Rahmen einer Multilingual-Diskussion beim Contributor Day, deren Ergebnisse du hier nachlesen kannst.

WordPress & WooCommerce

Der überraschende Zusammenschluss von Automattic und WooCommerce beziehungsweise WooThemes wurde auf den Fluren in Sevilla zwar immer wieder einmal angesprochen, er spielte aber keine zentrale Rolle. Möglicherweise hat die Community noch nicht in Gänze verstanden, welches technische und kommerzielle Schwergewicht die weitere Entwicklung von WordPress mitbestimmt. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sich interessierte Entwickler und Anwender von WooCommerce so vernetzen, wie es im WordPress-Umfeld mittlerweile gang und gäbe ist.

Mark Forrester, Mitbegründer von WooThemes, ging in seiner Session beim WordCamp weniger auf die zukünftige Entwicklung ein. Hier gelte es zunächst, die Teams und wohl auch Technologien der beiden Unternehmen zusammenzuführen. Vielmehr ließ er die Entstehungsgeschichte von WooThemes Revue passieren. Vom ersten Stammtisch-Treffen der Gründer bis hin zur führenden eCommerce-Lösung: Der Vortrag zeigte einmal mehr, wie viel Potenzial in einem Projekt stecken kann, das auf Open Source basiert. Und wie schnell sich das Rad der CMS- und Shopsysteme dreht.

Lokale Organisationen profitieren vom WordCamp Europe

Wer meint, auf einem WordCamp Europe ginge es nur um Fragen, welche die internationale Community oder das Kernteam von WordPress betreffen, der täuscht sich. So wie die WordCamps in Deutschland und die WPCamps in Berlin als Initialzündung für eine nachhaltige Meetup Kultur in Deutschland dienten (mittlerweile gibt es 16 lokale Gruppen), so sorgt das WordCamp Europe ebenso dafür, dass sich einzelne Länder und Regionen für einen intensiveren Austausch begeistern lassen:

Des Öfteren konnte man beobachten, wie Teilnehmer bereits existierender Meetups anderen Interessierten Tipps dazu gaben, wie sich eine Gruppe gründen und nachhaltig etablieren lässt. Auch dies wieder über Ländergrenzen hinweg.

Reger Austausch am Rande des Camps
Reger Austausch am Rande des Camps

Mit Spannung erwarteten die Teilnehmer die Bekanntgabe des Ortes für das WordCamp 2016. Die Wahl fiel auf Wien, neben der Alpenmetropole hatten sich auch Berlin und Bratislava beworben. Ein WordCamp Europe im Nachbarland, mit Sachertorte statt Tortilla, das sorgt schon jetzt für Vorfreude. Bleibt nur noch eines zu sagen: Wir sehen uns 2016 in Wien!:

Weitere Berichte über das WordCamp Europe 2015:

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Beitragsbild, Bilder „Auditorium“ und „Austausch“: © Kari Leigh | Found Art Photography

Kommentare

  1. Detlef Heese1

    Hallo Michael,

    das war wirklich das tollste WordCamp was ich erlebt habe. Das Gefühl, dass die Community zusammenwächst kann ich mit Dir teilen. Die langen Abende in den Tapas-Bars werden wir alle nicht vergessen. … Wir sehen uns in Nürnberg.

    Viele Grüße iDet

    1. Michael Firnkes2

      @Detlef: Absolut. Es ist eine große Bereicherung für alle, die im WordPress-Umfeld tätig sind. Ich freu mich auf Franken, bis dann!

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