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Künstliche Intelligenz, Content-Management-Systeme und WordPress – 8 Anwendungsbeispiele

Welche Rolle kann künstliche Intelligenz für Content-Management-Systeme wie WordPress spielen?

Schon jetzt setzen CMS auf KI-basierte Algorithmen, beispielsweise für das Filtern von Spam, der Personalisierung von Anzeigen oder für Sentiment-Vorhersagen. Trends wie die No-Code-Webentwicklung oder textgenerierende Software versprechen weitergehende Anwendungsmöglichkeit für KI im Content Management der Zukunft.

Wird diese Entwicklung letztendlich zu Computern führen, die ganze Webseiten automatisch programmieren und zusätzlich die Inhalte selbst schreiben? In diesem Artikel klären wir über die Potenziale von künstlicher Intelligenz für Content-Management-Systeme auf. Wir erklären die wichtigsten KI-Konzepte und stellen acht CMS-Bereiche vor, in denen diese Technologien deutliche Veränderungen hervorbringen werden.

Was ist künstliche Intelligenz?

Es gibt keine eindeutige Definition von künstlicher Intelligenz (KI) oder Artifical Intelligence (AI). Oft werden einzelne KI-basierte Konzepte wie Machine Learning, neuronale Netze oder Deep Learning mit dem Begriff „künstlicher Intelligenz” gleichgesetzt. KI ist tatsächlich aber ein Überbegriff für Situationen, in denen Computer Aufgaben durchführen, die menschenähnliche Intelligenz erfordern. Die meisten KI-Technologien funktionieren auf Basis von Big Data. Computer durchsuchen große Datenmengen auf Korrelationen und Muster, um bestimmte Fragen zu beantworten oder Aussagen über zukünftige Zustände zu machen.

Auch im Bereich der Content-Management-Systeme und WordPress werden KI-basierte Technologien seit langem erfolgreich eingesetzt. Die wichtigsten KI-Anwendungen im Bereich der CMS setzen auf die Konzepte der Natural Language Recognition, Speech Recognition oder Natural Language Understanding. Auf diese KI-Anwendungen werden wir später noch genauer eingehen.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz für das Content Management und WordPress?

KI-Anwendungen sind im Bereich Webentwicklung und Content Management angekommen und werden auch Unternehmen, die auf WordPress setzen, schon bald viele Aufgaben erleichtern. Wir erklären, welche Rolle KI in diesen acht Content-Management-Bereichen spielt:

No-Code-Web-Development

Die KI-basierte Webentwicklung steckt noch in den Kinderschuhen. Es gibt allerdings bereits Websitebuilder, mit denen jeder auch ohne Programmierkenntnisse seine eigene Seite erstellen kann. Die Nutzer geben der KI hier Vorgaben über die Art des Unternehmens, den Zweck der Website und welche Features enthalten sein sollten. In nur kurzer Zeit generieren die Programme dann Website-Prototypen, die oft noch mit Drop-and-Drag-Editoren manuell angepasst werden können.

von KI erstellte Seite
Diese Seite wurde von einer KI erstellt.

Die meistgestellte Frage zum Thema No-Code-Webentwicklung ist die nach der Website-Qualität. Die fähigsten und modernsten Programme schneiden tatsächlich in Tests immer besser ab. Für private Homepages und Projekte sind die KI-basierten-Websitebuilder schon jetzt eine legitime Option und auch kleine Unternehmen erzielen bereits Erfolge mit den Programmen.
Für das Enterprise-Level ist die KI im Bereich der Webentwicklung allerdings laut den meisten Experten noch nicht weit genug entwickelt. Nutzer berichten noch von Sicherheitslücken oder technischen Problemen und wünschen sich mehr Drittpartei-Integrationsmöglichkeiten und Anpassungsoptionen. Etablierte und sichere CMS wie WordPress erlauben Unternehmen jede erdenkliche Funktion oder Erweiterung und sind beliebig manuell anpassbar.

Content-Kreation

Ein Bereich, in dem KI schon weiter ist, als vielen Marketern bewusst ist, ist die Kreation von Textinhalten. Einige Programme können bereits von fast alleine Texte generieren. Ganz ohne menschliche Anweisungen geht es natürlich nicht. Die Tools brauchen eine Kurzbeschreibung des Themas oder eine Outline des Textes. Die Erstellung der Inhalte funktioniert dank der sogenannte Natural Language Generation:

KI Basics: Natural Language Generation bedeutet übersetzt soviel wie die Generierung natürlicher Sprache. NLP gehört zum Natural Language Processing und beschreibt die Umwandlung strukturierter Daten in Text. Computer generieren also auf Basis von Datensätzen für Menschen verständliche Sprache. Besonders in der Texterstellung hat NLG hohes Potential: Bisher erkennen wir eine Sprache generierende KI während der direkten Interaktion mit ihr noch relativ einfach. Ob Texte allerdings von einer Maschine oder einem Menschen geschrieben wurden ist allerdings schwerer zu erkennen.

Die KI crawlt Millionen von Quellen zum vorgegebenen Thema und erstellt anhand dieser die Inhalte. Es gibt dabei verschiedene Optionen für die unterschiedlichen Textarten und Ziele. So optimieren manche Programme beispielsweise Snippets, Überschriften oder Social-Media-Copy, andere erstellen aus mehreren Blogposts ein Whitepaper, übernehmen das E-Mail-Marketing oder die Produktbeschreibungen im E-Commerce. Wer WordPress nutzt, kann auf KI-basierte Produkte verschiedener Anbieter setzen. 

Auf diese Weise generierte Texte brauchen am Ende heutzutage noch manuelle Optimierung. Um wirklich mit der Zielgruppe zu connecten, müssen Marketer die Texte und den Ton dementsprechend anpassen. Content-Marketing-Experten gehen derzeit daher nicht davon aus, dass KI den Menschen in der nahen Zukunft bei der Kreation von Texten komplett ersetzen kann.

KI Ausblick: Ein essentieller Faktor im Content Management ist die Planung der Inhalte. In Zukunft werden KI basierte Tools nicht nur Inhalte selbst erstellen können, sondern auch Vorschläge für potentielle neue Themenfelder unterbreiten. Es wird zudem die Möglichkeit geben, die bestehenden Inhalte auf Lücken zu untersuchen.

Etwas weiter ist KI bereits in Sachen Korrekturlesen und auch Übersetzung. Viel genutzte WordPress-Erweiterungen setzen auf Machine Learning, um Vorschläge für bessere Formulierungen zu generieren oder auf Grammatik und Kontextfehler hinzuweisen. 

Besonders beeindruckende Ergebnisse erzielen KI-Technologien bereits in der Erstellung von Bildern und Grafiken. Vor allem das Open-AI-Projekt Dall-E (Der Name ist ein Mix zwischen Wall-E und dem Maler Dali) erregt derzeit die Aufmerksamkeit von Marketern und Content Managern. Dall-E kann Textanweisungen von bis zu 400 Zeichen in Grafiken umwandeln. Das Projekt befindet sich noch in einer Betatestphase und ist derzeit weltweit nur 1 Millionen Nutzer zugänglich. Die bald geplante Markteinführung wird ohne Frage die Rolle des UX/UI-Designs in der zukünftigen Content-Kreation revolutionieren.

Dall-E
Dall-E erstellt automatisch Bilder anhand von Textanweisungen.

Suchmaschinenoptimierung

Egal welches Content-Management-System ein Unternehmen heutzutage benutzt, die Suchmaschinenoptimierung erfordert noch viel manuellen menschlichen Input. Angefangen bei der Keywordrecherche über das Linkbuilding bis zum regelmäßigen Updaten und Optimieren der Artikel, Marketer müssen Zeit in oft repetitive Aufgaben investieren.

WordPress ist bereits jetzt mit einigen Programmen kompatibel, die viele dieser Aufgaben automatisieren. KI-basierte Software kann beispielsweise bereits Inhalte in der Länge und im Format für verschiedene Kanäle und Bildschirmgrößen optimieren. So wird die für Rankings essenzielle Mobilfreundlichkeit gesichert. Außerdem generieren einige Anwendungen Vorschläge, wie Titel, Metabeschreibungen und URLs SEO-optimiert werden können.

Eine vielen Content Managern lästige Aufgabe ist das Taggen und Kategorisieren von Bildern. Vor allem im E-Commerce ist diese Tätigkeit allerdings unerlässlich. Content-Management-Systeme implementieren bereits KI-basierte Software, die automatisch erkennt, was auf einer Grafik abgebildet ist. Auch Blogposts oder Artikel werden richtig kategorisiert, was vor allem großen Newsrooms und Unternehmen, die täglich sehr viel veröffentlichen, Arbeit abnimmt.

KI Ausblick: Zukünftige CMSs werden auch die Optimierung und das Testen bestehender Seiten selbst übernehmen. KIs erstellen mehrere leicht angepasste Versionen einer Seite und führen automatisch A/B Tests durch. So lernen sie mit der Zeit wie die ideale Website für die Kundengruppe eines Unternehmens aufgebaut ist. Das CMS gibt dann dem Copywriter während des Schreibens Tipps bezüglich der SEO optimierten Wortwahl und weist den Grafiker auf die ideale Farbe eines Buttons hin

Sentiment-Vorhersage

Neben den reinen Verkaufsstatistiken sind heutzutage auch die Meinungen und Gefühle, die Kunden mit einem Unternehmen verbinden, essenziell. Unter einer Sentiment-Analyse verstehen Marketer vor allem Programme, die anhand der Kommentare und Erwähnungen in sozialen Medien die allgemeine Meinung bezüglich einer Marke analysieren. 

Einige CMSs, auch WordPress, können mittlerweile so erweitert werden, dass sie vorhersagen, was Nutzer beim Besuch einer Seite oder Lesen eines Textes fühlen. Die KI analysiert zum Beispiel auch den Ton und die Wortwahl und prüft, ob sie für die Zielgruppe angemessen sind. Das funktioniert anhand von Natural Language Understanding:

KI Basics: Im Natural Language Understanding geht es darum, dass Computer verstehen was Menschen schreiben oder sagen. Statt nur der wörtlichen Aussage kann die KI hier auch die Intentionen, Gefühle, Intensität und Ziele hinter dem Gesagten interpretieren.

Personalisierung

KI kommt vor allem auf E-Commerce-Seiten zum Einsatz, wenn es um die Personalisierung der Angebote geht. Sie versteht nach einem Kaufvorgang, welche Produkte Nutzer möglicherweise auch interessieren können. So unterstützt KI das Cross- und Upselling mit entsprechenden Produktempfehlungen. Hochentwickelte Programme schätzen sogar nach Nutzerverhalten ein, welche Farben oder Marken bei bestimmten Kunden am besten funktionieren. Auf Nachrichtenseiten oder großen Blogs schlägt die KI Lesern nach dem gleichen Prinzip möglicherweise interessante weitere Inhalte vor.Große Onlineshops überlassen mittlerweile auch die Preissetzung der künstlichen Intelligenz. Die Computer lernen mit der Zeit, welche Preise Kunden bereit sind zu akzeptieren und passen sie dementsprechend an. Besonders weitgehende Programme können zudem die Nachfrage an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten vorhersagen.

Ausblick: Zukünftige KI wird die gesamte Customer Journey verstehen. Content Management Systeme werden detaillierte Daten zum Kundenverhalten über die verschiedenen Touchpoints sammeln und verstehen. Je nachdem, wo sich ein Kunde in der Customer Journey befindet, wird das CMS verstehen, welche Inhalte präsentiert werden müssen, um das jeweilige Ziel zu erreichen.

Sicherheit

Künstliche Intelligenz spielt bereits seit einiger Zeit eine entscheidende Rolle bei der Sicherung der meisten CMS. Implementiertes Machine Learning und neurale Netze ermöglichen es Content-Management-Systemen Malware und Spam-Bots zu erkennen. 

Die Bedeutung der Arbeit dieser KIs ist vielen CMS-Nutzern gar nicht bewusst. Von Bots generierte Spam-Kommentare sind Gift für die Autorität und Ladezeiten einer Seite. Ohne Hilfe von KIs muss der Betreiber der Seite selbst Kommentare nach Spam durchsuchen und entsprechend löschen. Vor allem Seiten mit sehr viel Traffic sind oft so stark von Spam betroffen, dass manuelles Filtern unmöglich wird. 

WordPress behebt dieses Problem mit dem Plugin Akismet. Akismet ist ein Produkt von Automattic – von Anfang an in jeder WordPress-Installation enthalten. Das Plugin versteht, welche Bots es am ehesten auf die Seite abgesehen haben und verhindert die Veröffentlichung derer Kommentare. Mittlerweile kann Akismet zuverlässig echte WordPress behebt dieses Problem mit dem Plugin Akismet. Akismet ist ein Produkt von Automattic – von Anfang an in jeder WordPress-Installation enthalten. Das Plugin versteht, welche Bots es am ehesten auf die Seite abgesehen haben und verhindert die Veröffentlichung derer Kommentare. Mittlerweile kann Akismet zuverlässig echte Kommentare von Spam unterscheiden. WordPress kann zudem erweitert werden, um KI-basiert Viren, Spyware, Trojaner und andere Attacken wie Code-Injections abzuwehren.

Unser WordPress-Backend: Ohne KI-Spam-Filter wäre auch Inpsydes Blog voller Spam-Kommentare.

Sei es GDPR, CCPA oder HIPAA; Unternehmen unterliegen heutzutage strikten Compliance-Richtlinien. Personenbezogene oder andere sensitive Daten dürfen beispielsweise nur auf bestimmte Weise oder gar nicht intern gespeichert werden. Content-Management-Systeme sichern hier mithilfe von KI die Content-Security. Manuelle, vom Team durchgeführte Audits aller internen Dokumente sind zeitaufwendig und fehleranfällig. KI-basierte Software kann automatisch alle internen Inhalte scannen und sicherstellen, dass diese die Sicherheits- und Compliance-Richtlinien des Unternehmens nicht verletzen.

Suchfunktion

Eine moderne Unternehmenswebseite hat eine interne Suchfunktion. Auf vielen CMS läuft diese Suchfunktion mithilfe künstlicher Intelligenz. Die Programme lernen, was Nutzer oft suchen und verstehen die Intentionen hinter den Suchanfragen. Auch Googles Suchfunktion funktioniert so. Die KI korrigiert so in der Searchbar Rechtschreibfehler, gibt Vorschläge zu ähnlichen Suchbegriffen und vervollständigt nach nur wenigen Buchstaben die Nutzerfragen. 

KI spielt auch in der Voice-Search (Sprachsuche) eine entscheidende Rolle. Unternehmen setzen zunehmend auf diese Funktion und das zurecht. Aktuelle Studien zeigen, dass 30% aller Browsingsessions bereits Sprachsuchen beinhalten und 41% aller Erwachsenen solche Funktionen bereits täglich nutzen. Die KI-Technologie hinter den meisten Voice-Search-Programmen ist die Spracherkennung:

KI Basics: Spracherkennung: Speech Recognition oder auch automatische Spracherkennung (ASR) bezeichnet die Fähigkeit einer Maschine, menschliche Sprache in Textform umzuwandeln. Dank Deep Learning und Big Data haben sich Computer in dieser Disziplin in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Mittlerweile verstehen die fähigsten Programme Gesprochenes sogar deutlicher als Menschen. Spracherkennung ermöglicht bereits heute Produkte Siri und Alexa und steht beispielsweise hinter automatisierten Customer Service Hotlines.

Kundenservice

Vor allem für E-Commerce-Seiten von internationalen Händlern lohnt es sich, 24 Stunden für die Fragen weltweit verteilter Kunden verfügbar zu sein. Statt hierfür ressourcenaufwendig Personal einzustellen, setzen immer mehr Unternehmen auf Chatbots. Vor allem die auf KI-basierten Chatbots werden immer besser und lernen ständig. Das merken auch die Nutzer. Studien zeigen, dass 70% der Befragten Chatbots in Bestellprozessen für sinnvoll erachten. Chatbots regen das Engagement der Kunden mit der Website an, erhöhen so die Verweildauern der Nutzer und verringern die Bounce-Rate.

KI Ausblick: Auch Chatbots werden sich im Bereich des Natural Language Understandings weiterentwickeln und verbessern. In Zukunft verstehen sie auch Intentionen und Gefühle und geben Nutzern so das Gefühl mit einem echten Servicemitarbeiter zu kommunizieren.

Im WordPress-Universum gibt es bereits zahlreiche KI-gepowerte Chatbots, die problemlos auch mit WooCommerce kombiniert werden können. Wir bei Inpsyde sind zertifizierte WooCommerce-Experten und helfen gerne bei der Implementierung dieser Technologien.

KI für WordPress mit Inpsyde

Ansätze künstlicher Intelligenz stecken heute schon in den meisten Content-Management-Systemen und werden in den kommenden Jahren auch für WordPress immer mehr an Bedeutung gewinnen. Von der Erstellung der Inhalte über die Suchmaschinenoptimierung bis zu Sicherheitsaspekten: Wer seine Website konkurrenzfähig halten möchte, muss früher oder später KI-basierte Technologien verstehen und implementieren.

Wenn Sie mit uns entdecken wollen, welche Möglichkeiten sich für die Implementierung von KI-Technologien in Ihrem Projekt bietet, kontaktieren Sie unsere WordPress-Experten.

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